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Master Trimmer DRY 100 LiTE – Erfahrungsbericht

Viele Anbauvereinigungen stehen vor dem Problem, dass meist nicht genügend helfende Hände da sind um die Ernte zu trimmen. Schnell kommt man dann auf die Idee eine Trimmaschine zu besorgen. Dass die manuellen Handtrimmer, die aussehen wie eine Salatschleuder, nichts taugen ist allgemeinhin bekannt. Deshalb muss was professionelles her.
Die Wahl fiel auf einen Master Trimmer Dry 100 LiTE zum Preis von 1299,- €. Die Versprechen der Verkäufer auf der Cannafair klangen echt vielversprechend. 1A Blüten sollte das Gerät liefern. 200g in 8-10 Minuten.

Soweit das Versprechen, nun zur Realität:

Wie der Name des Gerätes schon sagt, funktioniert es nur mit trockenen Blüten. Es stand jedoch nirgendwo, dass es absolut nötig ist, die Blüten so sehr zu trocknen, dass sie fast von selbst auseinanderfallen. Bei einer Restfeuchte von 15% (das ist schon ziemlich trocken) war ein Trimmen so gut wie unmöglich. Erst Blüten mit einer RF von 10% waren zu trimmen.

Die Blüten blieben ca. 8 Minuten bei Stufe 7 (von 10) im Gerät, sie rotierten im Tumbler. Ein Blick in den transparenten Auffangbehälter, verursachte mir während des Trimmens Bauchschmerzen. Man sah die Trichome nur so runterrasseln. Die Vorfreude auf 200g verkaufsfähige Blüten motivierte mich jedoch weiterzumachen.

Nach der Zeit waren die Blüten tatsächlich zu ca. 80% getrimmt. Mehr geht mit der Maschine nicht, da ab einem gewissen Punkt massiv Blüten abrasiert werden. Selbst bei der Standard Zeit liegen hinterher ca. 10% Blütenmaterial im Auffangbehälter. Möchte man die Blüten verkaufen muss man auf jeden Fall nochmal von Hand nachtrimmen.

Nun zum lästigsten Teil – das Reinigen:
Schon ziemlich enttäuscht von dem Ergebnis machte ich mich an die Reinigung des Gerätes. Alleine die Reinigung des verhartzten Tumblers dauerte ca. 60 Minuten. Dazu nochmal 20 Minuten für das Gehäuse und ca. 45 Minuten für die Schneidmatte die total verharzt. Letztere darf man nämlich nur mit Wasser und Spülmittel reinigen, weil die Matte aus Kunststoff besteht. Insgesamt also über 2 Stunden für die Reinigung.

Fazit
Für das Ergebnis ist das Gerät maßlos überteuert. Es ist keine wirkliche Arbeitsersparnis. Der Verlust durch das Gerät ist immens hoch, insbesondere die Reduzierung der Trichome durch das übertrocknen der Blüten ist bedenklich. So macht man aus Top-Weed, einen mittelmäßigen Einheitsbrei. Kunststoffe sind nicht geeignet für die Verarbeitung von Cannabis. Je nach Verwendung hält die Schneidmatte wohl kaum 3 Monate.

Finger weg von diesem Gerät – der realistische Wert der Maschine liegt bei etwa 300-400,- €. Nach meiner Erfahrung würde ich es aber nicht mal zu diesem Preis kaufen.

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