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pH-Senker in der Hydroponik

pH-Senker in der Hydroponik: Biologisch oder mineralisch – was ist besser für Cannabis?

Der pH-Wert ist einer der entscheidenden Faktoren im hydroponischen Cannabisanbau. Bereits kleine Abweichungen können die Nährstoffaufnahme massiv beeinträchtigen und zu Mangelerscheinungen führen – obwohl eigentlich genug Dünger vorhanden ist.
Um den pH-Wert gezielt zu regulieren, kommen sogenannte pH-Senker zum Einsatz. Doch nicht alle pH-Senker sind gleich: Besonders häufig wird zwischen biologischen (organischen) und mineralischen (chemischen) Produkten unterschieden.

In diesem Artikel vergleichen wir beide Varianten und zeigen, welcher pH-Senker sich für welche Anbauform eignet.

Warum ist der pH-Wert in der Hydroponik so wichtig?

In Hydro-Systemen wachsen die Wurzeln direkt im Wasser oder in inerten Substraten wie Steinwolle oder Blähton. Es gibt keinen Boden als Puffer.
Für Cannabis liegt der optimale pH-Bereich in der Hydroponik bei etwa 5,5–6,2.

Außerhalb dieses Bereichs:

  • blockieren bestimmte Nährstoffe (Lockout)
  • treten Mangelerscheinungen trotz Düngung auf
  • verlangsamt sich das Wachstum
  • sinken Ertrag und Qualität

Ein stabiler pH-Wert ist daher Pflicht – und genau hier kommen pH-Senker ins Spiel.

Mineralische pH-Senker – der Standard in der Hydroponik

Was sind mineralische pH-Senker?

Mineralische pH-Senker bestehen meist aus starken anorganischen Säuren, z. B.:

  • Phosphorsäure (H₃PO₄)
  • Salpetersäure (HNO₃)
  • seltener Schwefelsäure

Sie werden stark verdünnt eingesetzt und senken den pH-Wert sehr effektiv.

Vorteile mineralischer pH-Senker

Sehr schnelle und präzise Wirkung
Gut berechenbar und reproduzierbar
Ideal für automatisierte Hydro-Systeme
Keine organischen Rückstände
Kompatibel mit mineralischen Düngern

Nachteile

✖ Keine biologische Wirkung
✖ Unsachgemäße Handhabung kann gefährlich sein
✖ Kann bei Überdosierung Wurzeln schädigen
✖ Nicht für Bio-Zertifizierung geeignet

Fazit: Mineralische pH-Senker sind die erste Wahl für klassische Hydroponik mit mineralischer Nährlösung.

Biologische pH-Senker – natürlich, aber anspruchsvoll

Was sind biologische pH-Senker?

Biologische pH-Senker basieren auf organischen Säuren, zum Beispiel:

  • Zitronensäure
  • Essigsäure
  • Milchsäure
  • Huminsäuren oder pflanzliche Fermente

Sie werden häufig im Bio- oder Living-Soil-Bereich eingesetzt – finden aber zunehmend Interesse bei Growern, die „natürlicher“ arbeiten wollen.

Vorteile biologischer pH-Senker

Natürlicher Ursprung
Schonender für Mikroorganismen
Geeignet für organische Nährlösungen
Oft besser verträglich für Wurzeln

Nachteile in der Hydroponik

Geringe pH-Stabilität
pH-Wert steigt oft schnell wieder an
Fördert Biofilm und Keime im Tank
Ungeeignet für sterile Systeme
Schwer exakt zu dosieren

Besonders in rezirkulierenden Hydro-Systemen (NFT, DWC, Aeroponik) können organische Säuren problematisch sein, da sie:

  • Bakterienwachstum fördern
  • Pumpen und Leitungen verschleimen
  • Sauerstoffgehalt senken

Fazit: Biologische pH-Senker sind in reiner Hydroponik nur eingeschränkt empfehlenswert.

Direkter Vergleich: Biologisch vs. mineralisch

Kriterium Biologischer pH-Senker Mineralischer pH-Senker
Wirkungsgeschwindigkeit langsam sehr schnell
pH-Stabilität gering hoch
Dosiergenauigkeit ungenau sehr präzise
Systemsauberkeit problematisch sauber
Mikrobenfreundlich ja nein
Hydroponik-tauglich eingeschränkt ideal

Welche Lösung empfiehlt die Cannabis Akademie?

Für klassische Hydroponik-Systeme mit mineralischem Dünger empfehlen wir klar:

👉 Mineralische pH-Senker auf Phosphorsäure-Basis

Biologische pH-Senker machen Sinn bei:

  • organischer Düngung
  • Erde oder Coco
  • Living-Soil-ähnlichen Systemen
  • nicht rezirkulierenden Setups

In Hydro-Systemen steht Stabilität vor Ideologie. Ein sauberer, kontrollierter pH-Wert ist entscheidend für gesunde Pflanzen und maximale Erträge.

Tipp aus der Praxis

  • pH immer nach dem Anmischen der Nährlösung einstellen
  • erst EC, dann pH
  • regelmäßig kalibriertes pH-Messgerät verwenden
  • nie unverdünnte Säure direkt ins System geben

 

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